Antaratma Yoga Shala Innsbruck Script

Antaratma Yoga

Antaratma Yoga ist kein eigener Yogastil. Der Name beschreibt vielmehr, was uns im Shala wichtig ist und auf welcher Grundlage wir seit vielen Jahren üben und unterrichten.

Unser Unterricht ist aus unserer eigenen Praxis, aus vielen Jahren des Lernens und Unterrichtens und aus den Begegnungen mit unterschiedlichen Lehrer:innen und Traditionen gewachsen. Er ist deshalb kein starres System. Manche Grundgedanken begleiten uns schon sehr lange, anderes darf sich mit Erfahrung, neuem Wissen und den Menschen, die zu uns kommen, weiterentwickeln.

Yoga, das mit den Menschen wächst

Unsere offenen Klassen werden nicht einfach nach einem immer gleichen Schema wiederholt. Sie entstehen mit der Gruppe und mit den Menschen, die gerade da sind.

Je nach Klasse, Erfahrung und Tagesform kann eine Praxis ruhiger, kraftvoller, technischer oder fließender sein. Ihr müsst dabei nichts Bestimmtes „können“, um mitzumachen. Uns interessiert weniger, wie weit jemand in eine Haltung kommt, sondern wie bewusst und sinnvoll sie ausgeführt wird.

Deshalb spielt Ausrichtung in unserem Unterricht eine wichtige Rolle. Damit meinen wir nicht, eine äußerlich perfekte Form nachzubauen. Gute Ausrichtung entsteht aus dem Verständnis dafür, wie der Körper funktioniert, wie sich eine Bewegung anfühlt und wie die einzelnen Teile des Körpers miteinander zusammenarbeiten.

Man kann nicht in jeder Klasse auf jedes Detail eingehen. Aber über die Zeit entsteht daraus ein immer feineres Verständnis. So kann man auch in offenen Klassen kontinuierlich lernen und die eigene Praxis weiterentwickeln.

Aufmerksamkeit statt Leistung

Yoga ist für uns keine Frage von Beweglichkeit, Alter, Figur oder Talent.

Eine anspruchsvolle Haltung ist nicht automatisch „besser“ als eine einfache. Entscheidend ist die Aufmerksamkeit, mit der wir üben. Manchmal bedeutet Yoga, Kraft aufzubauen oder sich einer Herausforderung zu stellen. Manchmal bedeutet es, weniger zu tun, genauer hinzuspüren oder eine Grenze zu respektieren.

Auch manuelle Hilfestellungen dienen bei uns diesem Zweck. Sie sollen Aufmerksamkeit lenken, Orientierung geben und ein besseres Verständnis für eine Haltung ermöglichen – nicht jemanden möglichst weit in eine Position hineinzubringen.

Die Atmung gehört dabei selbstverständlich zur Praxis. In unseren Klassen verbinden wir Atem und Bewegung und vermitteln grundlegende Atemtechniken so, dass zunächst Wahrnehmung und Verbindung entstehen. Weiterführende Pranayama-Praxis kann darauf aufbauen.

Woher unser Unterricht kommt

Unser Yoga ist über viele Jahre aus unterschiedlichen Einflüssen entstanden.

Besonders geprägt haben uns die Traditionen, die auf Sri T. Krishnamacharya und seine Schüler zurückgehen, unter anderem Ashtanga Yoga und Iyengar Yoga, ebenso wie moderne Vinyasa- und Flow-Traditionen.

Wichtige Lehrer:innen und Einflüsse waren und sind für uns unter anderem Sam Weinstein, Sri Acharya Venkatesh, Shiva Rea, Donna Farhi, Spiraldynamik sowie viele weitere Menschen, bei denen wir lernen durften.

Dabei ging es uns nie darum, möglichst viele Stile miteinander zu vermischen oder einen neuen Stil zu erfinden. Wir nehmen aus unterschiedlichen Ansätzen das mit, was uns sinnvoll, nachvollziehbar und hilfreich für die Praxis erscheint.

Mehr als Körperübungen

Yoga kann kräftigen, beweglicher machen, entspannen und dabei helfen, sich im eigenen Körper wohler zu fühlen. All das sind wunderbare Wirkungen der Praxis.

Für uns geht Yoga aber darüber hinaus.

Körper, Atmung und Aufmerksamkeit bilden einen gemeinsamen Übungsraum. Die körperliche Praxis kann unmittelbar zeigen, wie wir mit Anstrengung, Ungeduld, Ehrgeiz, Widerstand, Ruhe oder Veränderung umgehen.

So wird Yoga nicht zu etwas, das man nur für 90 Minuten „macht“, sondern zu einer Möglichkeit, sich selbst genauer wahrzunehmen.

Man muss dafür an nichts glauben. Yoga verlangt keine bestimmte Religion, Weltanschauung oder Lebensweise. Es ist eine Praxis, die Fragen stellen kann – und Raum lässt, eigene Antworten zu finden.

Warum unser Shala so funktioniert, wie es funktioniert

Seit der Gründung des Shalas war uns wichtig, einen Ort zu schaffen, an dem Yoga regelmäßig und unkompliziert praktiziert werden kann.

Deshalb gibt es bei uns offene Klassen, unterschiedliche Levels und verschiedene Lehrer:innen. Man soll nicht zuerst einen langen Kurs absolvieren müssen, um Yoga üben zu können. Gleichzeitig möchten wir genug Kontinuität bieten, damit aus einzelnen Besuchen tatsächlich eine Praxis entstehen kann.

Auch unsere Preise gehören für uns zu diesem Gedanken. Yoga sollte möglichst zugänglich bleiben. Der Preis einer Klasse richtet sich deshalb nicht danach, wie exklusiv man Yoga darstellen oder wie teuer man es verkaufen könnte, sondern danach, was einen fairen Austausch für Raum, Unterricht und Organisation ermöglicht.

kira

Natürlich müssen auch wir kommunizieren, was bei uns stattfindet. Aber wir möchten niemandem vermitteln, dass ihm etwas fehlt, das er erst bei uns kaufen muss.

Unsere Aufgabe ist viel einfacher:
Wir stellen einen Raum zur Verfügung. Wir unterrichten. Wir teilen, was wir gelernt haben. Und wir versuchen, gute Bedingungen dafür zu schaffen, dass Menschen regelmäßig Yoga praktizieren können.

Die eigentliche Praxis kann niemand für euch kaufen oder übernehmen.

Sie entsteht jedes Mal neu, wenn ihr auf die Matte kommt.